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Wave XXL-Optionsscheine auf thyssenkrupp: Radikale Strategieänderung nach DAX-Abschied, Aktie vor Turnaround?


06.09.2019
X-markets by Deutsche Bank

Frankfurt (www.optionsscheinecheck.de) - Der Produktexperte von X-markets by Deutsche Bank, Christian-Hendrik Knappe, stellt einen Wave XXL-Call-Optionsschein (ISIN DE000DX0ZD07/ WKN DX0ZD0) und einen Wave XXL-Put-Optionsschein (ISIN DE000DC6G578/ WKN DC6G57) der Deutschen Bank auf die Aktie von thyssenkrupp (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) vor.

thyssenkrupp-Aktionäre hätten in der jüngeren Vergangenheit wenig Grund zur Freude gehabt. Zwischen Januar und Ende August dieses Jahres hätten die Anteilscheine einen Kursverlust von rund 25 Prozent verzeichnet.

Hintergrund dieser steilen Börsentalfahrt sei die nach wie vor anhaltende Stahlkrise. Billigimporte aus China, Überkapazitäten und ein enormer Preisdruck würden der Branche schwer zu schaffen machen, wie auch die am 8. August veröffentlichten Geschäftszahlen von thyssenkrupp zeigen würden. So habe bei dem in Essen ansässigen Konzern in den ersten neun Monaten (per 30. Juni) des laufenden Geschäftsjahres 2018/2019 ein hoher Verlust von 170 Mio. Euro zu Buche gestanden. Im Vorjahreszeitraum sei noch ein Gewinn von 229 Mio. Euro erzielt worden.


Um wieder zurück auf die Erfolgsspur zu wechseln, habe sich thyssenkrupp strategisch ganz neu ausrichten wollen. Dazu habe das Stahlgeschäft mit den europäischen Stahlaktivitäten des indischen Konzerns Tata Steel verschmolzen werden sollen. Da die europäischen Wettbewerbsbehörden hierbei aber nicht mitgespielt hätten, habe thyssenkrupp sowohl das Fusionsvorhaben als auch die Pläne für eine Aufspaltung in die unabhängigen Unternehmen thyssenkrupp Industrials (Aufzüge, Anlagenbau, Automobilzulieferung) und thyssenkrupp Materials (Werkstoffe, Marineschiffbau, Stahl) gestrichen.

Im Mai sei deshalb eine neue, radikale Strategieänderung bekannt gegeben worden. thyssenkrupp strebe demnach eine schlankere Holding-Struktur an und wolle wieder das Stahlgeschäft in den Fokus rücken. Um dieses Ziel zu verfolgen, sei ein Verkauf oder ein Börsengang der Aufzugssparte zur Debatte gestellt worden. Inzwischen werde offenbar sogar ein Komplettverkauf erwogen. Das "Handelsblatt" habe am 4. September berichtet, dass der Vorstand in den vergangenen Tagen Briefe an potenzielle Interessenten geschrieben habe, in denen diese zur Abgabe eines Angebots aufgefordert worden seien. Dies würde einen Strategiewechsel bedeuten. Ein Verkauf oder Börsengang der Aufzugssparte könnte Mittel zur Kapitalbeschaffung für einen Zusammenschluss mit beispielsweise Klöckner & Co sein. Eine Fusion würde thyssenkrupps Werkstoffhandel-Sparte zum umsatzstärksten Anbieter in Europa und Nordamerika machen.

Die großen Stahlkonzerne seien an der Börse nach wie vor vergleichsweise niedrig bewertet, weshalb sich hier aktuell bei thyssenkrupp eine günstige Gelegenheit zum Einstieg eröffnen könnte. Auf der Risikoseite bestehe die Gefahr steigender Stahlzölle. Ein Kursrisiko würden auch steigende Preise für CO2-Zertifikate darstellen. Diese würden von den Stahlunternehmen benötigt, da bei der Stahlproduktion Kohlenstoffdioxid als Beiprodukt anfalle. Ebenfalls zu berücksichtigen sei, dass thyssenkrupp den DAX am 23. September verlassen werde und dann in den MDAX wechsle, wie die Deutsche Börse am 4. September bekannt gegeben habe. Damit verbunden sei ein entsprechender Prestigeverlust des Konzerns. Außerdem rücke die Aktie aus dem Fokus von börsengehandelten DAX-Fonds (DAX-ETFs), was sich kursbelastend auswirken könnte.

Spekulative Anleger, die von einem Turnaround bei thyssenkrupp ausgehen würden, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liege derzeit bei 4,08, die Barriere bei 9,25 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert sei, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (aktueller Hebel 6.46, Barriere bei 12,75 Euro) auf fallende Notierungen von thyssenkrupp setzen. (Stand vom 05.09.2019) (06.09.2019/oc/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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