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BNP Paribas-Zertifikate auf EUR/CHF: Die Negativzinsen bleiben - Zertifikateanalyse


07.12.2017
BNP Paribas

Paris (www.zertifikatecheck.de) - Die Analysten der BNP Paribas stellen in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate" ein Mini Long-Zertifikat (ISIN DE000PR3VTN4/ WKN PR3VTN) und ein Mini Short-Zertifikat (ISIN DE000PR80BJ8/ WKN PR80BJ) auf das Währungspaar EUR/CHF (ISIN EU0009654078/ WKN 965407) vor.

Anfang 2015 sei das ein Schock für alle Beteiligten am Devisenmarkt gewesen: Die schweizerische Notenbank (SNB) habe quasi über Nacht die seit 2011 gültige Untergrenze für den Wechselkurs des Euro zum Schweizer Franken (EUR/CHF) bei 1,20 Franken aufgegeben. Der Wechselkurs sei daraufhin in kurzer Zeit auf weniger als 0,90 Franken abgestürzt, habe sich anschließend allerdings wieder etwas erholt. Doch das Porzellan sei zerschlagen gewesen; viele private und professionelle Devisenhändler hätten große Geldbeträge verloren und das Vertrauen in die Verlässlichkeit der Politik der SNB sei dahin gewesen.

Die Aufgabe der Wechselkursuntergrenze sei ein Strategiewechsel in der Geldpolitik gewesen. In den Jahren zuvor hätten die Schweizer Notenbanker mit dieser Maßnahme eine übermäßige Aufwertung des Franken, der wegen der Eurokrise als Fluchtwährung stark gefragt gewesen sei, verhindern wollen. Diese Strategie habe aber zu einer immer stärkeren Aufblähung der Bilanz der SNB mit Fremdwährungen geführt und sei daher nicht auf Dauer fortzuführen gewesen.

Es sei zu neuen Maßnahmen gegriffen worden, um die Kapitalzuflüsse einzudämmen. Hauptinstrument seien die Einführung negativer Einlagezinsen und ein negativer Leitzins gewesen. Die Geschäftsbanken hätten dies an ihre Kunden weitergegeben. Die Strafzinsen hätten Anleger entmutigen sollen, die nur kurzfristig große Geldbeträge in der Schweiz hätten parken wollen, um dem Risiko einer Eskalation der Eurokrise auszuweichen oder um einfach auf eine Aufwertung des Franken zu spekulieren. Diese Politik sei allerdings weiterhin mit direkten Interventionen am Devisenmarkt verbunden gewesen, die Bilanzsumme der SNB sei daher weiter auf 813 Milliarden Franken im September 2017 gestiegen.


Doch was die Entwicklung des Wechselkurses EUR/CHF betreffe, habe die Politik Erfolg gehabt. Der heftige Kursrutsch von Anfang 2015 sei wettgemacht worden und bereits Anfang 2016 sei der Euro wieder über 1,10 Franken gestiegen. Anschließend sei der Wechselkurs in einem Intervall zwischen 1,07 und 1,14 Franken gependelt. Ende Juli 2017 sei EUR/CHF allerdings aus diesem Intervall nach oben ausgebrochen und auf den höchsten Stand seit Anfang 2015 gestiegen. Damit scheine selbst die einstige Wechselkursuntergrenze bei 1,20 CHF nicht mehr weit entfernt. Der Abwertungsdruck auf den Franken habe drei klare Gründe.

Erstens sei festzustellen, das sich die wirtschaftliche und politische Lage in der Eurozone entspannt habe Der Euro habe seit Mai gegenüber vielen Währungen unter Aufwertungsdruck gestanden. Die neue Stärke des Euro sei neben der Konjunkturerholung in der Eurozone auch auf die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) zurückzuführen. Die EZB fahre allmählich ihre Anleihekäufe zurück und normalisiere damit die Geldpolitik Schritt für Schritt.

Zweitens habe die SNB durch eine transparente und konsequente Politik in den letzten Jahren das Vertrauen der Marktteilnehmer zurückgewonnen und glaubhaft klargemacht, dass sie an den negativen Einlagezinsen festhalte, trotz politischer und gesellschaftlicher Widerstände gegen diese umstrittene Strategie. Eine Änderung dieser Politik sei erst zu erwarten, wenn die EZB ihrerseits zu Zinserhöhungen greife. Das werde den meisten Experten zufolge allerdings nicht vor 2019 geschehen. Drittens leide die Konjunktur in der Schweiz immer noch unter dem starken Franken. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wachse 2017 voraussichtlich nur um 0,8 Prozent, die Inflationsrate liege bei 0,4 Prozent und damit deutlich unter der Zielgröße der SNB von 2,0 Prozent. Eine Stimulierung der Konjunktur und der Preisentwicklung durch niedrige Zinsen und eine Abwertung des Franken seien daher von der Notenbank durchaus gewünscht. Eine zu frühe Normalisierung der Geldpolitik könnte die kaum gebannte Deflationsgefahr, sprich ein fallendes Preisniveau, wieder heraufbeschwören.

EUR/CHF sei seit Mai 2017 deutlich gestiegen, der Wechselkurs liege aber immer noch deutlich unter dem Niveau, das die SNB selbst und auch viele unabhängige Experten als fundamental gerechtfertigt betrachten würden. Die Danske Bank zum Beispiel gebe ihren Modellen zufolge den fairen Wert von EUR/CHF mit 1,25 Franken an. Der jüngste Kursanstieg von EUR/CHF werde daher die SNB nicht zum Umdenken und einem früheren Anheben des Leitzinses bewegen. Auch eine stärkere Dynamik der Schweizer Konjunktur würde voraussichtlich nicht zu einer Verschärfung der Geldpolitik führen. Tatsächlich werde das BIP in 2018 deutlich stärker wachsen als 2017. Die Experten der Deka Bank würden für 2018 eine Wachstumsrate von knapp 2 Prozent erwarten. Zum einen steige vor allem wegen der wirtschaftlichen Erholung in der Eurozone die Nachfrage nach schweizerischen Produkten, zum anderen würden die Exportunternehmen von einem sich abschwächenden Franken profitieren.

Die Normalisierung der Geldpolitik durch die EZB und das stark gesunkene Risiko einer Eurokrise würden EUR/CHF weiterhin Auftrieb geben. Die Konjunktur in der Schweiz beschleunige sich zwar ebenfalls, aber das reiche voraussichtlich nicht aus, um den Kursanstieg von EUR/CHF zu stoppen. Vor allem weil die SNB erst nach der EZB an der Zinsschraube drehen werde, um erneuten Aufwertungsdruck auf den Franken zu verhindern. Doch die Schweizer Währung bleibe auch eine Fluchtwährung und wäre bei einem Wiederaufflammen der Eurokrise oder einer anderen Erschütterung der globalen Finanzmärkte gefragt. Auch die schweizerische Nationalbank könnte in einer solchen Krise erneuten Abwärtsdruck auf EUR/CHF nicht komplett verhindern. (Ausgabe Dezember 2017) (07.12.2017/zc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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